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Die Blendung von Elias Canetti

Ich habe vor langer Zeit mal die Autobiographie von Elias Canetti gelesen. Darin beschreibt er, wie sein Werk "Die Blendung" entstanden ist, in seinem kleinen Zimmer von dem aus er auf den Hof einer Nervenheilanstalt blicken konnte. Die Schilderung war sehr spannend und ich liebte seinen Umgang mit Worten in der Biographiie. Ich war der festen Überzeugung, dass mich "Die Blendung" fesseln und verschlingen würde. Ich traute mich trotzdem nie richtig ran, obwohl ich das Buch schon seit Ewigkeiten hier rumstehen hatte.

Jetzt habe ich es gewagt. Ich war eine Woche lang krank und hab eh seit vier Monaten nichts sinnvolles mehr zu tun, da ja mein toller neuer Rollstuhl auf sich warten lässt - und nachdem ich mich an ner Menge Lektüre sattgelesen hatte, fühlte ich mich dem vermeintlichen Meisterwerk endlich gewachsen.

Mein erster Eindruck war dann allerdings: Junger Vadder, is dat zäh!
Aber nachdem ich mich so viele Jahre drauf gefreut hatte, kämpfte ich mich durch und erlebte dabei die verschiedensten Zustände.

Die Geschichte:
Ein Philologe namens Professor Kien lebt ein zurückgezogenes Leben in seiner kleinen Privatbibliothek, die er vom Erbe seines Vaters nach und nach zusammengekauft hat. Er liebt Bücher und seine Arbeit, die sich natürlich auch nur um Bücher dreht, über alles. Sonst kriegt er von der Welt im Grunde nichts mit. Er hat eine Hauswirtschafterin, Therese, die ihn versorgt. Sie hält ihn für enorm reich und denkt irgendwann, dass er verrückt ist, aufgrund seiner Verehrung für seine Bücher. Sie findet dass das viele Geld (das es gar nicht gibt, Kien hat fast sein ganzes Erbe in Bücher investiert) bei einem Verrückten verschwendet ist, sie könnte es besser gebrauchen. Darum tut sie so, als würde sie Bücher ebenso oder sogar noch mehr verehren als er. Er glaubt es ihr und heiratet sie, weil er denkt, dass es seinen Büchern äußerst gut tun würde, wenn sich jemand so aufopfernd um sie kümmern würde.
Therese macht sich aber gar nichts aus Büchern sondern nur etwas aus Geld. Sie will mit ihm schlafen und alle Macht über ihn bekommen, doch da er nur auf seine Bücher fixiert ist, kommt sie nicht an ihn ran, er zieht sich immer nur mehr in seine Welt zurück. Aus Geld macht er sich wiederrum gar nichts, darum zeigt er sich in dieser Hinsicht sehr freizügig, wodurch sie noch mehr in ihrem Glauben an seinen vermeintlichen Reichtum bestätigt wird.
Sie verliebt sich in einen Möbelverkäufer, der ihre Zudringlichkeit nutzt und ihr die Idee eingibt, ihren Mann zu töten und den Reichtum von ihm zu erben, mit dem Hintergedanken, ihr diesen dann sogleich abzunehmen. Nachdem sie darauf sehr zögerlich reagiert, verstößt er sie und sie wird deshalb wütend auf Kien, der ja ihrem vermeintlichem Glück im Weg steht.
Der hatte in der Zwischenzeit einen körperlichen Zusammenbruch, weil Therese die Wohnung und sein Leben immer mehr vereinnahmt und er durch seine Isolierung zur Außenwelt und seinem fehlenden Realitätssinn keinen Ausweg sieht.
So geht es immer weiter, Therese will unbedingt sein Geld, und zu diesem Zweck ein Testament, damit sein weit entfernt lebender Bruder nichts davon abbekommt. Er wird von ihr verprügelt und flieht irgendwann.
27.1.09 17:47
 


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